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Wetterregeln:

Die eigene Wettervorhersage durch Beobachten von Wolken und Luftdruck

Hohe Schäfchenwolken (Cirrocumulus)

Einleitung

Die künftige Wetterentwicklung kann manchmal durch Beobachten von Wolken und Luftdruck geschätzt werden.

Diese Schätzung erhebt nicht den Anspruch einer zuverlässigen Wettervorhersage, sondern gibt lediglich Beobachtungen und Erfahrungen des Zusammenhangs zwischen künftiger Wetterentwicklung und vorausgehendem Wolkenbild sowie Luftdruckverhalten für Mitteleuropa wieder (Quellen).

Wettervorhersage durch Beobachten der Wolken

Beobachte, welche Wolken vorherrschend sind (zum Bestimmen der Wolken nutze die Quellen oder auch den Wolkenatlas im Internet): Beobachte dasVerhalten des Luftdrucks.


Wolken Wolkenatlas Luftdruck Quellen Anfang 

Hohe Wolken

Bestimme, um welche Wolkengattung, Art und Unterart es sich handelt. Tabelle 1 gibt eine Vorhersage, sofern dies möglich ist. Recht zuverlässige Vorhersagen sind fett gedruckt.

Art 

Unterart 
Wolkengattung  
hohe Federwolken (Cirrus, Ci) 
hohe Schäfchen- wolken (Cirrocumulus, Cc) 
hohe Schleierwolken (Cirrostratus, Cs) 
wogenförmig (undulatus, un) 
wenn aus dem Westen: Verschlechterung in 18-36 Stunden 
türmchenförmig (castellanus, cas) 
- 
wenn sich aus Südwesten verdichtend: Verschlechterung in 24-48 Stunden 
faserig (fibratus, fib) 
strahlenförmig (radiatus, ra) 
Verschlechterung durch Warmfront oder Okklusion in 18-36 Stunden 
flockenförmig (floccus, flo) 
wenn sich aus Südwesten verdichtend: Verschlechterung in 24-48 Stunden 
nebelartig (nebulosos, neb) meist mit farbigen Lichterschei- nungen (Halo, Nebensonne) 
- 
Ver- schlechterung in 24-48 Stunden, mit Regen (bes. wenn Luftdruck fallend) 
dicht (spissatus, spi) 
strahlenförmig (radiatus, ra) 
Verschlechterung durch Warmfront oder Okklusion in 18-36 Stunden 
schichtförmig (stratiformis, str) 
durchlöchert (lacunosus, la) 
- 
Gewitter oder Schauer am Nachmittag oder Abend 
hakenförmig (uncinus, unc) 
wenn sich aus Südwesten verdichtend: Verschlechterung in 24-48 Stunden 
hakenförmig (uncinus, unc) 
strahlenförmig (radiatus, ra) 
Verschlechterung durch Warmfront oder Okklusion in 18-36 Stunden 
Tabelle 1: Hohe Wolken

Wolken Wolkenatlas Luftdruck Quellen Anfang 

Mittelhohe Wolken

Bestimme, um welche Wolkengattung, Art und Unterart es sich handelt. Tabelle 2 gibt eine Vorhersage, sofern dies möglich ist. Recht zuverlässige Vorhersagen sind fett gedruckt.

Art 

Unterart 
Wolkengattung  
grobe Schäfchenwolken (Altocumulus, Ac) 
mittelhohe Schichtwolken (Altostratus, As) 
durchscheinend (translucidus, tr) 
Regen in 6-12 Stunden (durch Warmfront) 
türmchenförmig (castellanus, cas) 
wenn am Morgen: Schauer oder Gewitter am Nachmittag oder Abend 
flockenförmig (foccus, flo) 
- 
wenn am Morgen: Schauer oder Gewitter am Nachmittag oder Abend 
linsenförmig (lenticularis, len) 
Verschlechterung in 12-24 Stunden (in 12-48 bei Gebirgshindernis); bei Wind aus SSW bis SO: Föhnzusammenbruch 
schichtförmig (stratiformis, str) 
wogenförmig (undulatis, un) 
wenn am Morgen: Schauer oder Gewitter am Nachmittag oder Abend; allgemein: Verschlechterung in 12-24 Stunden 
Tabelle 2: Mittelhohe Wolken

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Tiefe Wolken

Bestimme, um welche Wolkengattung, Art, Unterart und Besonderheiten es sich handelt. Tabelle 3 gibt eine Vorhersage, sofern dies möglich ist.

Art 

Unterart 

Besonderheit 
Wolkengattung  
Schichtwolke (Stratus, St) 
Schicht- Haufen- wolke (Strato-  cumulus, Sc) 
Haufenwolke (Cumulus, Cu) 
mit Kappe (pileus, pil) 
vor Gewitter 
mit Niederschlag (praecipitatio, pra) 
in kalter Jahreszeit: anhaltend neblig-trüb 
mit Schleier 
vor Gewitter 
mächtig aufquellend (congestus, con) 
bei Bildung am Mittag: Gewitter o. Schauer am Nachmittag o. Abend; wenn aus SW u. nachhaltig: Kaltfront in 6-12 Stunden; wenn abends o. morgens: Verschle. in 12-24 Stunden 
zerrissen (fractus, fra) 
- 
anhaltender o. bald einsetzender Regen 
mittelmäßig (mediocris, med) 
- 
bei Bildung am Mittag: Gewitter o. Schauer am Nachmittag o. Abend; wenn abends o. morgens: Verschle. in 12-24 Stunden 
nebelartig (nebulosus, neb) 
im Sommer bei hoher Feuchte: Gewitter 
Tabelle 3: Tiefe Wolken

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Wolken mit großer vertikaler Erstreckung

Bestimme, um welche Wolkengattung, Art, Unterart und Besonderheiten es sich handelt. Tabelle 4 gibt eine Vorhersage, sofern dies möglich ist.

Art 

Unterart 

Besonderheit 
Wolkengattung 
Regen- schichtwolke (Nimbostratus, Ns) 
Schauer- u. Gewitterwolke (Cumulonimbus, Cb) 
mit Amboß (incus, inc) 
Gewitter im Reifestadium 
mit Fallstreifen (virga, vir) 
unmittelbar bevorstehender Regen 
kahl (calvus, cal) 
junges Gewitter 
behaart (capillatus, cap) 
Gewitter im Reifestadium 
Tabelle 4: Wolken mit großer vertikaler Erstreckung

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Wettervorhersage durch Beobachten des Luftdrucks

Der Luftdruck steigt seit mehr als einem Tag mit mehr als 1 hPa je Stunde; dabei ist es klar und windig: 

Es herrscht windiges Hochdruckwetter bis zu etwa fünf Tagen.


Der Luftdruck steigt nach dem Durchzug einer Kaltfront oder Okklusion. Bei Aufklaren und Wind bleibt er gleich oder steigt weiter, und zwar für mindestens einen Tag: 

Es gibt für mindestens einen Tag gutes Wetter.


Bei ruhigem Wetter nach dem Durchzug einer Kaltfront oder Okklusion bleibt der Luftdruck gleich oder steigt für mindestens einen Tag: 

Es gibt für mindestens zwei weitere Tage gutes Wetter.


Der Luftdruck steigt seit mindestens zwei bis drei Tagen. Besonders im letzten Abschnitt dieses Zeitraums betrug der Anstieg weniger als 1 hPa je Stunde: 

Es gibt für mindestens eine Woche gutes Wetter.


Der Luftdruck bleibt während mindestens vier Tagen anhaltend guten Wetters gleich: 

DasWetter bleibt auch noch für mindestens vier weitere Tage gut.


Bis zum Durchzug einer Warmfront ist der Luftdruck gefallen, dann weiter gefallen oder gleich geblieben oder nur geringfügig gestiegen: 

Das Wetter verschlechtert sich durch die nachfolgende Kaltfront, wobei es auch stürmen kann.


Der Luftdruck fällt während eines seit mindestens vier Tagen anhaltenden Schönwetters langsam mit höchstens 0,3 hPa je Stunde und vielleicht auch unter kleinen Schwankungen: 

Das Wetter verschlechtert sich anhaltend durch eine kommende Gewitter- oder Westlage.


Nach dem Durchzug einer Kaltfront oder Okklusion bleibt der Luftdruck bei zwischenzeitlich aufklarendem Wetter gleich oder steigt, jedoch beginnt er innerhalb eines Tages zu fallen: 

Das Wetter verschlechtert sich durch einen weiteren kommenden Tiefausläufer.


Nach dem Durchzug einer Kaltfront oder Okklusion steigt der Luftdruck zunächst. Jedoch innerhalb eines Tages und bei wolkigem Himmel und anhaltend schlechter Sicht hört der Luftdruck auf zu steigen oder fällt sogar: 

Das Wetter verschlechtert sich durch Trog, Trogsturm, Kaltfront, Wellen- oder Teiltiefbildung. Bei nachfolgendem starken Druckanstieg gibt es für mindestens zwei Tage stabiles, sonst wechselhaftes Wetter.


Während einer Schönwetterlage mit aufkommender Schwüle steigt der Luftdruck plötzlich mit 3 bis 5 hPa je Minute: 

Es gibt ein Gewitter.


Tip: 

Zum Beobachten des Luftdrucks wird ein Barograph empfohlen. Als Erweiterung zu einem Barometer zeigt ein Barograph nicht nur den gegenwärtigen Luftdruckwert, sondern zeichnet auch die Luftdruckwerte von zurückliegenden Stunden oder Tagen auf. In Quelle 2 sind Barographen beschrieben. Darüber hinaus gibt es heute auch schon Armbanduhren mit eingebautem Barographen.

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Quellen

  1. Sönning, Keidel: „Wolkenbilder, Wettervorhersage“, BLV Verlagsgesellschaft, München, 1993
  2. Karnetzki: „Luftdruck und Wetter“, Klasing & Co. GmbH, Bielefeld, 1993
  3. Karnetzki: „Wetterregeln für Segler“, Klasing & Co. GmbH, Bielefeld, 1994
  4. Wiedersich: „Das Wetter - Entstehung, Entwicklung, Vorhersage“, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, 1996
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Wetter im Internet 

Wetterfax im Internet 

Wetter und Wassersportwetter mit dem Funkrufempfänger Skyper 

Assoziation deutscher DXer (ADDX) - ein Kurzwellenhörer-Klub

Diese Netzseite wurde zuletzt geändert am 20. August 2001.